KundenZeitung Wintere 2019/2020

Winter 2019/2020 Immobilienpolitik: Neue Gesetze auf dem Weg Die Bundesregierung beschäftigt sich derzeit intensiv mit Fragen des Wohnens und Bauens. Veranlassung dazu geben die Klimaziele, der Wohnungsengpass in den Großstädten und das Urteil des Verfassungsgerichtes zur Grundsteuer. Der Bundestag hat die Reform der Grundsteuer beschlossen. Mit Hilfe einer Öffnungsklausel können die Bundesländer künftig selbst entscheiden, welches Berechnungsmodell sie anwenden wollen. Auch für die Maklerprovision gibt es neue Regeln: Zukünftig zahlen Käufer und Verkäufer jeweils den hälftigen Anteil. Der Gesetzentwurf für ein neues Wohnungseigentumsgesetz soll die Handlungsfähigkeit von Gemeinschaften flexibler und effizienter machen. Die Bau- und Kauflust von Investoren und privaten Anlegern ist trotz steigender Preise ungebrochen – allerdings zeigen sich in den Großstädten erste Grenzen. Preisentwicklung bei Immobilien uneinheitlich Zinssenkung ins Unendliche Finanzexperten hatten in diesem Jahr eigentlich mit Zinssteigerungen gerechnet. Stattdessen hat die EZB den Einlagezins auf ein Rekordtief gesenkt. Wie lange die Niedrigzinspolitik noch dauern wird, wagt niemand vorherzusagen. Der Blick nach Japan lässt ahnen, was möglich ist: Dort hält die Niedrigzinsphase bereits seit 30 Jahren an. Mietmarkt – hitzig diskutiert Die Mieten in Berlin stiegen in zehn Jahren um 104 Prozent. Das klingt viel, ist absolut betrachtet aber mit durchschnittlich 11,60 Euro nur Mittel- maß. In München liegt der Wert bei 18,60 Euro und in Frankfurt am Main bei 14,20 Euro. Die hohe Steigerung für Berlin erklärt sich durch den starken Zuzug, Sanierungen, aber auch durch den nied- rigen Ausgangswert von 5,70 Euro im Jahr 2009. Drastische Forderungen wie Mietendeckel und Ent- eignung mögen vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung verständlich erscheinen, können aber die Wohnungsknappheit nicht beseitigen. Foto: Michael Gaida | Pixabay Monatlich genehmigte Neubauten Wohn- und Nichtwohngebäude in Tausend Wohnungsbau in Deutschland Von Januar bis Juli 2019 wurden in Deutschland insgesamt 196.400 Wohnungen genehmigt. Das sind 3,4 Prozent weniger Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum. Diese Zahlen werden wiede- rum nicht reichen, um die Lücke zu schließen und den Wohnungsengpass zu mildern. Stadt 2009 2019 Steigerung Miete Euro/m² Miete Euro/m² München 11,50 18,60 62 % Frankfurt/Main 9,90 14,20 43 % Stuttgart 8,80 13,00 48 % Hamburg 8,40 11,80 40 % Berlin 5,70 11,60 104 % Köln 8,20 10,90 33 % Düsseldorf 7,70 10,60 38 % Nürnberg 6,70 10,00 49 % Hannover 5,90 8,80 49 % Bremen 6,40 8,20 28 % Die deutsche Wirtschaft schwächelt, aber der Immobilienmarkt zeigt sich da- von im Wesentlichen unbeeindruckt. Die Preise für Wohn- und Gewerbeimmo- bilien steigen zwar immer noch. Ursächlich dafür sind weiterhin die extrem niedrigen Zinsen, die Anleger mangels Alternative auf den Plan rufen. Doch am Horizont zeigen sich erste Veränderungen. Die Preise am Wohnungsmarkt stiegen im 2. Quartal 2019 mit 6,6 Prozent nicht mehr ganz so stark wie in den vorausgegangenen Quartalen. Der vdp-Index für Mehrfamilienhäuser zog mit 6,0 Prozent ebenfalls weniger stark an als bisher. Nur die Preise von selbst genutztem Wohneigentum erhöhten sich mit 7,3 Prozent stärker als zuvor. Dabei verzeichneten die Preise für Eigenheime mit 7,6 Prozent das höchste Plus. Beachtlich ist die Entwicklung in den Top-7-Städten Hamburg, Berlin, Frank- furt, Köln, Düsseldorf, München und Stuttgart. Dort legten die Wohnimmo- bilienpreise im Vergleich zum Vorjahresquartal „nur“ noch um 4,6 Prozent zu. Käufer akzeptieren nicht mehr jeden Preis. Auch das Mietpreiswachstum in diesen Regionen verlangsamte sich stärker als im Gesamtmarkt. Quelle: Destatis 35 30 25 20 15 10 O riginalwerte Trend-Konjunktur-Komponente 2010 bis .................................................................................................. 2019 KundenZeitung Empfehlungen Hinweise News Tipps Infos Markt | Wirtschaft | Recht | Bauen | Finanzieren | Versichern | Vermieten | Verkaufen | Verwalten | Zahlen | Preise

RkJQdWJsaXNoZXIy MzY3MzA=